Amblyopie

Ambylopieberatung und Brillenglasbestimmung bei Kindern außerhalb der medizinischen Indikation

Sehfehler, besonders einseitige, fallen in der Regel nicht auf. Das Kind verhält sich völlig normal. Zu spät erkannt kann eine lebenslange Schwachsichtigkeit (Amblyopie) bestehen bleiben, die u.a. zu Einschränkungen in der Berufswahl führt. Gleichzeitig stellen Sehfehler eine der häufigsten Kopfschmerzursachen im Kindesalter dar.
Da trotz kinderärztlicher Vorsorgeuntersuchung ca. 5% und damit etwa jedes 20. Kind eines Jahrganges erst bei der Einschulungsuntersuchung und damit häufig zu spät für eine Behandlung auffällt, empfehlen sowohl die kinderärztlichen als auch augenärztlichen wissenschaftlichen Organisationen zusätzlich zur kinderärztlichen Untersuchung zumindest eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung.

Welche Sehfehler gibt es?

Die Entwicklung der Sehfunktionen kann durch mehrere Einflüsse beeinträchtigt werden. Im Vordergrund stehen Stellungsfehler des Auges (Schielen) und optische Fehler (Fehlsichtigkeiten, Hornhaut- oder Linsentrübungen). Anlagebedingte Defekte der Netzhaut oder des Sehnerven sowie seltene bösartige Veränderungen (Retinoblastom) gefährden die Verarbeitung des Seheindruckes. In den meisten Fällen bleiben solche Störungen für die Eltern und leider auch für den Kinderarzt verborgen, da sie kosmetisch nicht auffällig sind.

Wie wird das Kind untersucht?

Bei der Erstuntersuchung erfolgt der auch schon im Kleinkindalter mögliche Ausschluß eines Schielens sowie grober optischer und organischer Fehler. Die in der Regel notwendige Vermessung des Auges sowie die Kontrolle des äußeren Augenhintergrundes ist erst nach medikamentöser Pupillenerweiterung an einem zweiten Termin möglich. Die Untersuchung wird entsprechend den Qualitätssicherungsrichtlinien des Berufsverbandes der Augenärzte BVA durchgeführt. Sie ist für das Kind unproblematisch.